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Ich ziehe nach Teheran

Ein Auto bitte

12/11/2016

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Ein Auto kaufen im Iran ist ganz einfach. Wenn man Iraner ist. In meinem Fall nicht so ganz. Ich bin sehr geduldig und wieder mal auf Ämtertour. 
Um 8:00 Uhr geht's los, ich stehe vorm Einwohnermeldeamt in der Schlange. Ich brauche eine "Automationsnummer" und hab sowas von alle Papiere dabei. Der erste Beamte ist sehr freundlich, will mich aber zur Einwanderungsbehörde schicken. Das kenne ich schon. Ich bestehe auf meine Nummer und rufe bei der Autofirma meiner Wahl an um übersetzen zu lassen. Das klappt. Ich sitze irgendwann im dicken Ledersessel eines ganz wichtigen Beamten. Der ist auch supernett und spendiert erstmal Tee. Eine Nummer kann er mir nicht geben. Ich soll zur Ausländerpolizei gehen. Auch da war ich schon. Ich komme mir penetrant vor aber ich habe schriftlich, dass ich hier diese Nummer bekomme ohne die nichts geht. Wir telefonieren wieder im Dreieck. Es gibt einen neuen Plan: Ich soll mir vom Außenministerium bestätigen lassen, dass ich diese Nummer benötige. Und dass ich hier arbeite. Eigentlich steht das ja in meinem Pass aber der Tee ist alle und ich ergebe mich. 
Die Taxifahrerin spricht gutes Englisch, verpasst aber die Ausfahrt und kriegt sich fast nicht mehr ein vor lauter Lachen. Im Außenministerium ist man sehr bemüht, allerdings auch ganz sicher, dass ich hier falsch bin. Ich rufe wieder bei der Autofirma an - denke ich, erwische aber die Nummer der Taxifahrerin. Da sie meine Geschichte kennt, ist das Telefonat eigentlich genauso hilfreich. Oder auch nicht. Ich werde durchs Ministerium geführt und lerne alle Leute kennen, die meinen Pass schon mal in der Hand hatten um ein Visum reinzustempeln.  
Ein Büro nach dem anderen. Irgendwann bin ich in dem ganz wichtigen Zimmer mit den dunklen Möbeln und den vielen Flaggen. Man versichert mir, dass hier schon ein Brief meiner Botschaft angekommen ist und das man nun mein Problem hier und jetzt lösen kann. Ich glaube kein Wort, fühle mich aber wohl - wieder Tee und Kekse. Weil ich meine Story heute bestimmt zum zwanzigsten Mal erzähle, beginne ich etwas zu dramatisieren. 
Es werden noch viel mehr Zimmer und ich habe einen persönlichen Lotsen, der mich von Büro zu Büro begleitet.
Irgendwann teilt man mir mit, dass die Lösung nun gefunden ist. Ich brauche eine weitere Bescheinigung meiner Botschaft, die ich im Ministerium vorlegen soll. Dann kann ich hier ein Bestätigungsschreiben bekommen mit dem ich eine Automationsnummer beantragen kann mit der ich ein Teheraner Nummernschild beantragen kann was die Voraussetzung zum Autokauf ist. Na dann. 
Morgen dürfen die Schüler in den Pausen nicht nach draußen und es findet kein Sportunterricht im Freien statt. Die Luftverschmutzung ist zu hoch 😷. Vielleicht sollte ich doch kein Auto kaufen.
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