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Borneo

Höllenjob

24/8/2015

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Banyuwangi - Mt. Ijen, Java (Indonesien)
Um 1:00 Uhr in der Frühe brechen wir auf, um den Ijen Vulkan zu besteigen. Der Weg nach oben ist lang und rutschig. Am Himmel funkeln Millionen Sterne, ansonsten sieht man nur den staubigen Pfad im Taschenlampenlicht. Meine Handleuchte, die ich gestern im Supermarkt gekauft habe, hat eine historische Glühbirne, schwache Batterien und als Bonus einen nervösen Wackelkontakt. Am Kraterrand schlagen uns giftige Schwefeldämpfe entgegen und es ist eiskalt, 5° C. Wir ziehen die mitgebrachten Gasmasken über und beginnen mit dem steilen Abstieg in den stockdunklen Kraterschlund. 
Immer wieder kommen uns Schwefelträger entgegen, die auf ihren Schultern Körbe mit gelben Gesteinsbrocken tragen, die 70 - 90 Kilogramm wiegen. Der Schwefel entsteht durch das austretende Schwefelgas, ganz unten im Krater. Sobald das Gas mit Luft in Berührung kommt, entzündet es sich zu blauen Flammen. Das Blaue Feuer des Mount Ijen. Die Minenarbeiter stechen den frisch entstandenen Schwefel mit Eisenstangen heraus und laden ihn dann in ihre Körbe. Obwohl sie dabei oft von den Schwefelgasschwaden verschluckt werden, tragen sie keine Gasmasken. Ihre Lebenserwartung liegt bei 50 Jahren. 
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Den Schwefel benutzt die Zuckerindustrie der Region, um Zucker zu bleichen und auch die Pharmaindustrie kauft hier das gelbe Gestein ein. Der Schwefel könnte aber statt dessen ganz einfach von den Müllhalden der Welt beschafft werden, da die Industrie mehr als genug Schwefel als Abfallprodukt erzeugt, es ist aber schlichtweg billiger, die Schwefelträgern zu beschäftigen, die mit ihrem Knochenjob jeden Tag ihr Leben auf's Spiel setzen. An einem Tag verdient ein Schwefelträger um die 9,00 €. 
Eigentlich darf niemand in den Krater absteigen. Die giftigen Dämpfe können einem ohne Gasmaske schnell das Bewusstsein rauben und der türkisblaue Kratersee ist ein gefährliches Gemisch aus Salz- und Schwefelsäure. Kein lebensfreundlicher Ort, aber schaurig schön. 
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Auf dem Kraterrand versuchen einige ehemalige Schwefelträger kleine Figuren, die sie aus Schwefel geschnitzt haben, an Touristen zu verkaufen. Sie erzählen, dass sie sich bei der Arbeit in der Mine so verletzt haben, dass sie nun dort nicht mehr arbeiten können. Verträge oder Versicherungen gibt es für die Arbeiter nicht. Jeder arbeitet hier auf eigene Rechnung und sorgt selbst für Abbau, Transport, Wiegen und Verladen des Schwefels.
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Nach dem Vulkan ist vor dem Vulkan. Morgen früh möchte ich mit Patrick aus Manila auf den Mount Bromo steigen, der allerdings fünf Zug- und zwei Busstunden entfernt ist. Da wir in einem kleinen Vorort von Banyuwangi, in einem winzigen Familienhotel wohnen, ist der Bahnhof nicht zu Fuß zu erreichen. Taxis gibt es keine, aber die Mutter und Aung, einer ihrer Söhne, bringen uns mit zwei Mopeds zur Station. Mein grüner Rollkoffer ist viel zu groß, um ihn zwischen Lenker und Sattel zu klemmen. Aung macht das trotzdem, kann jetzt den Lenker aber kaum noch bewegen. Er lacht und ruft beim Losfahren: "Start praying now!" Geld will die Familie für den Transport nicht annehmen. 
Die Fahrt in der Economy Class hat fast einen ganzen Euro gekostet, die Klimaanlage funktioniert fast zu gut und an jedem Platz gibt es Steckdosen. Die Fahrt geht an Reisfeldern vorbei und durch Dörfer mit winkenden Kindern (und Erwachsenen), im Hintergrund immer wieder Vulkane. Eigentlich wollten wir im Zug etwas Schlaf nachholen, wir unterhalten uns aber viel zu gut. Patrick erzählt von seinen Erfahrungen als Softwarentwickler für die Deutschen Bahn und dass er sich oft an die deutschen Bürozeiten halten muss, was bedeutet, dass er in Manila mitten in der Nacht am Schreibtisch sitzt und mit Frankfurt telefoniert. 
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